Werbekracher Deutschland GmbH

Betriebsprüfung Finanzamt

Irgendwann wird jedes Unternehmen, jeder Unternehmer oder jede Unternehmerin mit einer Betriebsprüfung des Finanzamtes konfrontiert.

Obwohl es keine Konfrontation im negativen Sinne ist, sofern man nichts zu verbergen hat und seine Steuern immer korrekt abgeführt hat, werden Betriebsprüfungen immer mit gemischten Gefühlen betrachtet.

Auch uns wurde wieder einmal eine Betriebsprüfung zuteil und ich möchte an dieser Stelle mal davon berichten wie ich diese Betriebsprüfung erlebe.

Zunächst einmal habe ich mir gesagt, ok, du hast nix zu verbergen, also sei ganz entspannt. Das war ich dann auch und merkte aber recht schnell, dass eine Betriebsprüfung des Finanzamtes für das betreffende Unternehmen mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden ist und somit auch zusätzliche Kosten verursacht.

Ja, denn es müssen in der Regel alle Unterlagen / Belege / Jahresabschlüsse eines fest definierten Zeitrahmens (i.d.R. 3 Jahre) zusammengetragen und dem Betriebsprüfer bzw. der Betriebsprüferin zur Verfügung gestellt werden. Im Falle einer ordentlichen Buchführung sollte dies kein Problem sein.

Belege. Aufwand. Kosten.

Bedauerlicherweise bekommt man den mit einer Betriebsprüfung verbundenen Kostenaufwand von niemandem erstattet, so dass das zu prüfende Unternehmen diesen finanziellen Aufwand eigenständig bewältigen muss. Bei einem kleinen Unternehmen wie dem unsrigen ist dieser Mehraufwand schon spürbar. Und wenn man berücksichtigt, dass man regelmäßig alle drei Jahr geprüft werden kann, dann ist das eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung, die zusätzlich erwirtschaftet werden muss.

Natürlich reibt sich da der nicht geprüfte Wettbewerber die Hände, denn er kann während dieser Zeit arbeiten und Geld verdienen. Traurig, aber wahr.

Nun gut, zurück zum Thema. Wenn man die also die erforderlichen Unterlagen dem Betriebsprüfer oder der Betriebsprüferin zur Verfügung gestellt hat, dann wird der Prüfer oder die Prüferin mit dem verantwortlichen Mitarbeiter / Ansprechpartner ein Gespräch führen. Dies war in meinem Fall auch so gewesen. Zeitumfang ca. 30 Minuten.

Das Gespräch war freundlich und wohlwollend. Ich war lediglich überrascht wie gut vorbereitet meine Gesprächspartnerin gewesen ist und wie präzise im Vorwege über meine unternehmerischen Aktivitäten recherchiert wurde. Jetzt wurde mir eines sehr klar: hier wird nicht nur geguckt ob alles in Ordnung ist, sondern es wird gezielt nach Fehlern gesucht.

Unschuldsvermutung adieu?

Ich führte somit ein angenehmes Gespräch bei dem ich jedoch erkennen musste, dass meine Gesprächspartnerin keine Kenntnis von den Geschäftspraktiken der Werbebranche bzw. vom Webbusiness hatte und sie mir den Anschein vermittelte, dass ihr einiges „spanisch“ vorkam.

Leider sollte sich dieses Gefühl im weiteren Verlauf der Betriebsprüfung bestätigen.

Nun aber noch kurz zum zeitlichen Ablauf der Betriebsprüfung: in der Regel sagt man, dass die Betriebsprüfung kleinerer Unternehmen ca. eine bis zwei Wochen Zeit  in Anspruch nimmt. In meinem Fall bekam ich zum Ende der fünften Woche einen Anruf meines Steuerberaters. Mein Steuerberater teilte mir telefonisch mit, dass wie erwartet soweit alles Ok ist, aber das Zusammenspiel bzw. die Zusammenarbeit meiner Unternehmen vom Finanzamt bzw. der Betriebsprüferin kritisch gesehen wird.

Ebenfalls sei auch ein „Buch“ das ich verlegen würde entdeckt worden und man würde gern wissen wohin denn die Umsätze abgeführt würden. Welches Buch, fragte ich? Und da viel es mir wieder ein: vor Jahren schrieb ich eine Informationsbroschüre die wir tatsächlich mit einer ISBN-Nummer versehen und einer unverbindlichen Preisempfehlung werbewirksam bei Amazon zum Kauf angeboten haben. Diese Broschüre, die wir aber als Werbemittel konzipiert und kostenlos an Existenzgründer abgegeben haben, wurde somit erkannt und hinterfragt.

Wer suchet, der findet …

Was man nicht versteht, dass muss man hinterfragen. Aber auch hier wurde mein Eindruck verstärkt, dass es bei einer Betriebsprüfung nicht um eine den Betrieb helfende Maßnahme geht, sondern um die Suche nach Fehlern. Ich schreibe deshalb darüber, weil ich mich als absolut korrekten Steuerzahler sehe und erschrocken darüber bin, wie mit mir als engagierten und täglich neu kämpfenden Unternehmer umgegangen wird.

Von den Büchern haben wir ca. 5 Stück, mehr oder weniger über Amazon verkauft. Ordnungsgemäß gebucht, berechnet und versandt. Offensichtbar wird diese Tatsache nicht aus der Sicht einer marketingstrategischen Maßnahme vom Finanzamt betrachtet, sondern erstmal unter der Vermutung, da wurde ein Buch produziert und wo bleiben die Umsätze/Gewinne?

Ich finde es schade und das sei mir an dieser Stelle gestattet zu erwähnen, dass sich bei mir (und vielleicht auch bei anderen geprüften Unternehmen?) leider das mulmige Gefühl einstellt, dass man es bei einer Betriebsprüfung nicht mit einem Partner zu tun hat der helfen will eine evntl. fehlerbehaftete Buchführung zu korrigieren, sondern das das geprüfte Unternehmen zwingend ein finanzielles (Steuer-)Opfer (ein-)bringen muss.

Ich möchte mit dieser Aussage niemandem Unrecht tun oder verletzen, aber ich empfinde es so. Denn meine Buchhaltung ist 1a tip top in Ordnung und der von mir beauftragte Wirtschaftsprüfer/Steuerberater macht einen super Job. Deshalb war ich auch vollkommen entspannt, als ich die Info über eine bevorstehende Betriebsprüfung bekommen habe.

Agnus Dei (Opfergabe)

Doch nun werde ich langsam sprachlos, bei den Gedanken die aktuell vom Finanzamt entwickelt werden, nämlich in der Form, dass man die in einem meiner Unternehmen erwirtschafteten Umsätze einem meiner anderen Unternehmen ANTEiLIG zuschreiben will.

Anmerkung meinerseits: ich bin in allen meinen Firmen alleiniger Inhaber und Gesellschafter. UND alle Unternehmen bewegen sich im selben Absatzmarkt, nämlich Erbringung von Werbe- und Marketingdienstleistungen. Diese Sichtweise ist zwar möglich, aber nachweislich nicht richtig. Darüber habe ich nunmehr meinen Steuerberater nochmals informiert und habe dies allerdings auch schon beim Vorgespräch dem Betriebsprüfer mitgeteilt. Umso mehr verwundert es mich, dass jetzt eine Situation konstruiert wird, die unterm Strich keinerlei Veränderung im Ergebnis mit sich bringen würde.

Zumal es so wie es ist, korrekt ist. Doch allein die Tatsache dieser Fallkonstruktion, die nicht der Realität entspricht, raubt mir Zeit und kostet mich erneut zusätzliches Geld. Ein finanzieller Schaden entsteht, dem ich mich nicht entziehen kann und der mir auch nicht erstattet wird.

Unternehmer & Steuersünder

Ich bin nunmehr seit ca. 7 Jahren selbstständiger Unternehmer und ich kann jedem Menschen in Deutschland nur empfehlen, wenn Sie die Wahl haben, feste Anstellung oder Selbstständigkeit, dann lassen Sie sich anstellen. Denn das Unternehmersein in Deutschland ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Und damit meine ich nicht nur den Überlebenskampf, die Jagd nach Kunden und Aufträgen, sondern ich meine vor allem die anstrengende Auseinandersetzung mit den Behörden.

Ich werde Sie hier über den weiteren Verlauf der Betriebsprüfung informieren. Doch mein erstes, sehr ernüchterndes und eher trauriges Fazit ist, dass eine Betriebsprüfung immer negativ behaftet ist, denn egal wie entspannt und korrekt sie Ihr Business rocken, ich habe den Eindruck ein Betriebsprüfer muss ein für den Unternehmer negatives Prüfungsergebnis präsentieren, damit sich der ganze Aufwand auch gelohnt hat.

Die im Rechtsstaat so hoch gepriesene Unschuldsvermutung ist in meinen Augen und im Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung irrelevant. Wünschen würde ich mir, dass hier ein anderes Image durch das Finanzamt geschaffen wird. UND das der Aufwand einer Betriebsprüfung den geprüften Unternehmen vom Finanzamt erstattet wird. Denn hier sehe ich eine wirtschaftliche Benachteiligung der geprüften Unternehmen, gegenüber den nicht geprüften Unternehmen, die vom Staat ausgelöst wird.

… ich halte Sie auf dem Laufenden. 🙂

P.S. Ich werde mit diesen Gedanken sicher nicht die Steuerwelt in Deutschland ändern, aber vielleicht gelingt es mir ein Nachdenken oder eine öffentliche Diskussion zum Thema Betriebsprüfung >> … bis zu endgültigen Fehlerfindung >> anzustossen. Denn ich fühle mich schlecht dabei, wenn ich das Gefühl bekomme, egal was ich tue, es wird ein Fehler hineininterpretiert. Das kostet Zeit und Nerven. Nicht mehr. Nicht weniger. Verlierer ist in jedem Fall und immer, der rechtsschaffende Unternehmer. Wohlgemerkt: ich spreche hier von den korrekt handelnden/wirtschaftenden Unternehmern/innen in Deutschland! Wer Steuern hinterzieht soll dafür bestraft werden. Wer aber seiner Steuerpflicht korrekt nachkommt, der darf nicht zum Sündenbock qua Betriebsprüfung gemacht werden. Das ist meine Meinung.

Fortsetzung zur Steuerprüfung / Betriebsprüfung durch Finanzamt

So, nun habe ich wieder Post vom Finanzamt bekommen. Die Betriebsprüfung geht weiter oder sie ist noch in vollem Gange. Leider hat sich meine Vermutung bestätigt. Es wird der Fehler im Detail gesucht. Es wirkt auf mich befremdend, mit welcher Akribie und Detailverliebtheit banale Fehlbuchungen, die keinerlei Auswirkung auf das Betriebsergebnis haben, festgestellt werden.

Der Arbeitsaufwand für die Erklärungen dieser Tatsachen ist immens. Leider ist man als geprüftes Unternehmen komplett wehrlos gegenüber dem Finanzamt. Glaube ich.

Denn die Recherche- und Erklärungsaufgaben verschlingen Stundenweise Manpower, die der Unternehmer bezahlen muss. Ich finde es traurig und zugleich erschreckend, dass in einem vermeintlichen Rechtsstaat wie der Bundesrepublik Deutschland der Unternehmer diesem für mich vollkommen unverständlichen, kostenverursachenden Vorgehen ausgeliefert ist.

Eine angemessene Verhältnismäßigkeit ist leider weder zu erkennen, noch ist sie gegeben. In meinem Fall wurde u.a. aufgeführt, Zitat: „Über eine Backlink-Abfrage ist ersichtlich, dass derzeit mehrere Hundert Webseiten auf www.werbekracher.de verlinkt sind. Darunter befinden sich auch diverse Webdomain, welche im Eigentum der Werbekracher GmbH stehen.  Bitte reichen Sie eine Liste der im Prüfungszeitraum für die Werbekracher GmbH neu registrierten und veräußerten Webdomain ein. Bitte benennen Sie auch die derzeit im Eigentum der Werbekracher GmbH befindlichen Webdomains.“

Allein die Recherche dieser Informationen/Antworten hat mich ca. 3 Stunden Arbeit gekostet. Insgesamt sind 12 solcher Fragestellungen zu beantworten. An Dokumenten werden sicher  über 100 DIN A4 Seiten von meiner Seite aus als Antwort übersendet werden.

Ich habe weder Steuern hinterzogen, noch sonst irgend welche krummen Sachen gemacht die unrechtmäßig sind. Aus diesen Gründen ist es für mich eine nicht nachvollziehbare Schikane die mich in meinen unternehmerischen Aktivitäten schädigt.

Meine Frage an die Experten in diesem Lande: Welche Rechte habe ich, mich solchen durch das Finanzamt verursachten Beschäftigungstherapien zu widersetzen? Wenn die Bundesrepublik Deutschland ein Rechtsstaat ist, dann muss es eine Möglichkeit geben sich diesem Prozedere zu widersetzen. Denn es wird unter dem Betriebsprüfungsstrich nichts dabei herauskommen, nur das ich als Unternehmer finanziell geschädigt und im Wettbewerb benachteiligt worden bin.

ICH BITTE UM RECHTLICHE HILFE!

Mit Sicherheit gibt es genügend Unternehmer auch in Deutschland die Steuern hinterziehen. Dazu gehöre ich nicht. Das kann das Finanzamt nicht wissen, aber dennoch ärgert es mich, wenn ein Kleinunternehmer wie ich sich für seine unternehmerischen Aktivitäten rechtfertigen muss und dafür auch noch viel, viel Geld bezahlen muss, inform von Recherche- und Rechtfertigungstätigkeiten.

Ich kann das Handeln des Finanzamtes sogar verstehen, wenn Steuerbetrug vakant ist, aber mir fehlt jedes Verständnis dafür, wenn ein Kleinunternehmer mit unverhältnismäßigem Rechercheaufwand konfrontiert wird. Zum Beispiel soll ich nachweisen, für wen ich innerhalb von drei Jahren tätig gewesen bin und wie sich jedes Projekt im Detail dargestellt hat und wer an der Projektrealisation beteiligt gewesen ist.

Wir sprechen hier sicher von unzähligen Projekten und einer Dokumentation die mir in diesem Moment als nicht mehr rekonstruierbar erscheint. Aus diesem Grunde fühle ich mich einfach nur noch schikaniert. Deshalb bitte ich hiermit um die Hilfe der Öffentlichkeit oder um einen Rechtsbeistand der die Rechtmäßigkeit und vor allem die Sinnhaftigkeit dieser geforderten Auskünfte bestätigt.

Finanzamt Betriebsprüfung 4. Monat

Bitte glauben Sie mir, liebe Leserinnen, liebe Leser, auch wenn Sie keine Steuern hinterzogen haben, dass Finanzamt wird Ihnen das Unternehmerleben zur Hölle machen. Ich schreibe diese Zeilen nicht, um Ihnen Angst zu machen, aber ich habe eine Betriebsprüfung des Finanzamtes immer mit einem wohlwollenden Lächeln betrachtet.

Dieses Lächeln ist mir vergangen, denn auch wenn ich keine Steuerbetrügerei begangen habe, inzwischen werden mir Dinge angelastet, die einfach nur traurig sind und mir Angst machen. Ein kleiner Einblick in die aktuellen Vorwürfe: wir haben Rechnungen ausgestellt, die per Vorkasse gezahlt werden sollten. Es gab den einen oder andern „Auftraggeber“ der diese Rechnungen nicht per Vorkasse gezahlt hat und wir somit nicht tätig geworden sind. Bislang dachte ich, dass das Thema erledigt sei … aber weit gefehlt!

Jetzt möchte das Finanzamt von mir, dass ich die darin enthaltende Mehrwertsteuer, also von den Rechnungen die meine vermeindlichen Auftraggeber nicht bezahlten, an das Finanzamt abführe. Klingt grotesk? Nein, ist absolut wahr!

Es wird unterstellt, dass der Empfänger diese Rechnung abgesetzt und Vorsteuer gezogen hat. Das ist praktisch möglich, ist aber natürlich Steuerbetrug vor dem Herrn, also in diesem Fall gegenüber dem Finanzamt. Aber statt diese Betrüger zu überführen, werde ich überführt bzw. haftbar gemacht. Selbst wenn die Rechnung vom vermeindlichen Kunden in den Müll geworfen und nicht gegenüber dem Finanzamt geltend gemacht wurde, selbst dann soll ich die Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen.

Für mein Empfinden läuft hier etwas schief. Auf jeden Fall habe ich meinen Glauben an den Rechtsstaat und an die Rechtsstaatlichkeit der Finanzämter in Deutschland verloren. Eine Betriebsprüfung dient nicht dazu die steuerlichen Geschäftsaktivitäten eines Unternehmens zu korrigieren, sondern Fehler zu finden, die dann in Steuernachzahlungen umgewandelt werden können.

UND es wird solange gesucht, bis etwas gefunden wird. Ich kann an dieser Stelle nur jeden mutigen Existenzgründer abraten sich in Deutschland selbstständig zu machen, denn auch bei absolut legalen Geschäftsaktivitäten wird der engagierte Unternehmer in den Folgejahren die Probleme zu spüren bekommen.

Was ich bei einer Betiebsprüfung vermisse? Kooperative, wohlwollende Zusammenarbeit. Ich empfinde die Betriebsprüfung als erschreckend dmütigend, geschäftsschädigend und schikanös. Deshalb stelle ich wieder die Frage: gibt es eine Instanz in Deutschland, die die Sinnhaftigkeit und die Verhältnismäßigkeit des Vorgehens eines Betriebsprüfers hinterleuchtet?

Über Gedanken und Antworten freue ich mich sehr!

schreibstall.com
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